Programmieren Lernen mit dem BloppProgrammieren Lernen mit dem Blopp



Kategorie: <<< Lernen
200809So.Mär
Was ist der Blopp?

D er Blopp ist ein Programm, mit dem Jung und Alt sich Grundkenntnisse in der Kunst des Programmierens aneignen kann. Der Blopp ist auch die Figur, die mit Programmbefehlen gesteuert wird.
Für den Heimgebrauch ist der Blopp nur dann geeignet, wenn die wissbegierigen Kinder von "wissenden" Erwachsenen begleitet werden. Darum sollten die Eltern mindestens bis Aufgabe 23 gekommen sein, um genügend Vorsprung und Einsicht in die Funktionsweise des Blopp-Programmierens zu haben. Die Arbeit mit dem Blopp wurde primär für Schülergruppenarbeit ab 9 Jahren angedacht.

Mein Weg zum Blopp

M eine Tochter Mara (7) fragte letztens, ob ich mal zeigen könnte, wie man solche Webseiten macht. Sie will auch eine Webseite im Internet haben. Also begannen wir Eltern, Bücher auszuleihen, in denen das Thema "Computer" kindgerecht aufbereitet ist. Was wir da fanden, haute mich alles nicht vom Hocker.


Ich begann, im Internet zu suchen und fand bei PCWelt einen Link zum kostenlosen Download eines Programmier-Lernprogramms:

PC-WELT Blopp 3.02

D ie Webseite PC-Welt erweckt fälschlicherweise den Eindruck, dass man das Lernprogramm direkt von PC-Welt herunterladen könnte. So ist es aber nicht. Der Link von PC-Welt führt nach mehrmaligen Geklicker zu dieser Webseite:

Willkommen in Bloppwelt

A uch in der Bloppwelt gibt es für Nicht-Mitglieder keinen Link zum Download. Man muss auf "Blopps beste Freunde" klicken und danach auf "HIER neu anmelden!". In der Anmeldung gibt man seine Daten ein. Ganz wichtig ist die Email-Adresse, denn dorthin wird die Anmeldebestätigung zurückgeschickt.

Nach der Eingabe der Daten, der Email-Adresse und des Wunschpassworts ist erstmal Geduld angesagt. Ich habe meine Daten am Freitag mittag eingegeben, ca. 12:00 Uhr. Um 18:10 kam die Antwort und ich war freigeschaltet. Ja, das schreibt sich so schnell. Aber es waren sechs harte, lange Stunden, in denen ich alle zwei Minuten den Posteingang überprüft habe.

Wie gesagt, um 18:10 konnte es dann losgehen, ich hatte ein Passwort für den Freundesbereich und die Freigabe vom Professor.

Die Installation des Programms

D ie Installationsdateien findet man unter "Material und Software" im Freundesbereich der Bloppwelt. Zunächst probierte ich die Installation der neuesten Version 3.02. Die Datei "Final_3_0_2.msi" ist eine "Microsoft Install" Datei. Das bedeutet, dass sie vor ihrer Ausführung nach C: kopiert werden muss. Wer auf ein anderes Laufwerk herunterlädt und von dort startet, hat gar keine Chance. Das ist mit ALLEN msi-Dateien so! Selbstverständlich habe ich erstmal vom D:-Laufwerk aus probiert, aber der Installationslaufbalken lief gar nicht erst an. Ich wollte es halt mal probieren, wider besseres Wissen.
Danach kopierte ich die msi-Datei nach c:temp und startete sie von dort. Jedenfalls lief jetzt der Installations-Laufbalken los und das weckte Hoffnung, bis er ziemlich am Ende mit einer Fehlermeldung

"Bei der Installation dieses Pakets ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten. Es liegt eventuell ein das Paket betreffendes Problem vor: Der Fehlercode ist 2203."

abbrach. Nachdem ich auf alle erdenkliche Weisen versuchte, den Installer zur Mitarbeit zu bewegen, gab ich irgendwann auf.

OK, kein Problem, schließlich ist noch das alte Blopp 2.0 Installationspaket auf der Webseite. Die Datei "Blopp2_Setup.zip" muss vor der Ausführung des Programms "setup.exe" in einen Ordner entpackt werden. Ich kürze jetzt ab und berichte einfach, dass auf meiner Workstation auch dieses fehlschlug, trotz ca. 10 Versuchen mit unterschiedlichen Start- und Zielordnern und trotz Abschalten des Virenschutzes.

D er letzte Ausweg, das Herunterladen und Installieren der "Blopp2.0-Dateien für die manuelle Installation" hat dann geklappt. Endlich! Die Installation beschränkte sich darauf, die Dateien in einen beliebigen Ordner auf der Festplatte zu kopieren. Allerdings ist auf meinem Rechner alles vorhanden, was ein VB-Programm brauchen könnte. Der Blopp scheint in Visual Basic programmiert zu sein, jedenfalls zeigt das Programmfenster in unregelmäßigen Abständen die für VB-Programme typischen Ausfallerscheinungen: "Laufzeitfehler in...". Kein Problem, einfach neu starten, den Quelltext zur Lösung musste man eh vorher abspeichern.

Um was geht es eigentlich?

M it der grafischen Programmierumgebung werden dem "Blopp" Befehle gegeben. Außer dem grafischen Editor kann man auch einen beliebigen Texteditor verwenden, um die erzeugten *.pi - Dateien direkt zu manipulieren, allerdings ist dann das ganze Blopp-Feeling im Eimer.
Der Blopp bewegt sich in einer quadratischen Welt, die 15 Kästchen lang und breit ist. In der Welt gibt es freie Kästchen, welche mit Bäumen und welche mit Blumen. Rennt der Blopp in einen Baum, dann ist die Simulation beendet. Der Blopp kann Blumen und Bäume erkennen, Blumen pflanzen oder ausrupfen und sich nach links oder rechts drehen und einen Schritt nach vorne ins nächste Kästchen machen. In den Aufgaben soll der Blopp bestimmte Blumenmuster auslegen, oder alle Blumen pflücken und dabei um Hindernisse (Bäume) herumgehen.
Das klingt einfach, sieht einfach aus und macht eine Menge Spass.
Einfach ist es aber nicht.

Erste Schritte

A ls allererstes muss man beim Blopp-Programm auf dem eigenen Rechner ein Konto eröffnen. Das geschieht unter "Anmelden". Das Konto ist lokal, es wird keine Internetverbindung benötigt. Wer später mit seinem erarbeiteten Rang auf der Webseite Bloppwelt glänzen will, muss bei diesem Konto den selben Spitznamen wählen, wie beim Beantragen des Zugangs zum Freundesbereich angegeben. Achtung: Bei Leerzeichen im Namen stirbt die Blopp-Umgebung mit einem Laufzeitfehler, der neue Benutzer ist aber "drin" und kann nach einem Neustart des Blopps verwendet werden.

Die ersten vier Aufgaben sind "Startpunkt"-Aufgaben. Man muss einfach nur den Blopp auf den Startpunkt setzen. Das geht so:
  1. Im Blopp "Laden > Aufgabe laden" anklicken und die Aufgabe 1 laden. Dazu in der Aufgaben-Übersicht unten rechts auf "Aufgabe lösen" klicken.
  2. Den Startpunkt im Bloppfeld anzeigen lassen durch Klick auf "Startpunkt anzeigen".
  3. Die Felder vom linken Rand bis zum Startpunkt und von unten bis hoch zum Startpunkt abzählen.
  4. In den Blopp-Editor wechseln. Im Blopp-Editor sind ganz oben zwei kleine Eingabekästchen, davor steht "Startpunkt (SP):", in diese Kästchen trägt man die beiden Ziffern ein.
  5. Das "Programm" speichern. Im Blopp-Editor ist oben links der Punkt "Speichern". Die Endung ".pi" wird beim Eingeben eines neuen Namens vom Bloppeditor selbst angehängt.
  6. In die "Blopp" wechseln.
  7. "Laden > Blopp laden" anklicken und die eben gespeicherte .pi-Datei einladen.
  8. Hurrah! Der Blopp sitzt genau richtig. Warum geht es nicht weiter?
  9. Obwohl das Programm nur einen einzigen Befehl enthält, muss es noch gestartet werden! Also auf "Simulation > starten" klicken und es erscheint ein Blopp in der "Blopp - Aufgaben-Information" und gratuliert zum Bestehen der ersten Aufgabe. Am unteren Ende des Informations-Dialogs sind zwei blaue Knöpfe das "C" wiederholt die Aufgabe, der Pfeil nach rechts öffnet die Aufgaben-Übersicht, wo eine neue Aufgabe gewählt werden kann.
Erstaunlich, wie schnell diese Abfolge von Befehlen und Programmwechseln von den Kindern aufgenommen wird. Jedenfalls schneller, als das Programmieren selbst.

Die nächsten Schritte

N ach dem Lösen der ersten vier Aufgaben wird es allmählich interessanter. Die nächste Aufgabe ist durch einfaches Hintereinanderreihen von Bewegungsbefehlen lösbar. Danach werden Schleifen und dann Bedingungen und am Schluss "Speicher" hinzugefügt. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben steigt rasch an. Ab Aufgabe 16 wird der Hirnschmalz gefordert. Um mehr Programmierbefehle wie Schleifen oder Bedinungen freizuschalten, muss man im Editor unter "Level" das Gewünschte freiklicken.

Vermisst: das "ELSE"

I n einer "richtigen" Programmiersprache gibt es nicht nur das "IF", also ob eine Bedingung zutrifft, sondern auch das "ELSE", das ausgeführt wird, wenn die "IF"-Bedingung nicht zutrifft.
Einen IF - ELSE - Befehl sucht man im Blopp vergeblich. Ich programmiere ein IF - ELSE - Konstrukt im Blopp folgendermassen:

  • Eine Schleife mit nur einem Durchlauf außenrum
  • Die Bedingung (IF) mit der darauffolgenden Reaktion des Blopps und ganz wichtig:
    Das Schleifenendezeichen (durchgekreuztes C).
  • Anschließend den als ELSE auszuführenden Befehl, wenn die IF-Bedingung NICHT zutreffen sollte.
So funktioniert das nachgebaute IF-ELSE:
Wenn die Bedingung zutrifft, wird die dazugehörende Handlung ausgeführt und die Schleife abgebrochen. Der Befehl unterhalb der IF-Bedingung wird nicht ausgeführt, wie beim richtigen IF-ELSE.
Wenn die Bedingung nicht zutrifft, wird die Schleife durchlaufen, dabei wird jetzt aber der Inhalt der Bedingung nicht ausgeführt und der Programmzeiger trifft auf den ELSE - Inhalt.
Das wars.

Mit diesem Konstrukt kann man auf einfache Weise den nicht vorhandenen Befehl ersetzen und löst damit das Problem "Wenn eine Blume daliegt, dann sammle sie auf, ansonsten lege eine ab" auf elegante Weise. Tipp: Mit zwei solchen "ELSEn" in einer Endlosschleife ist die Aufgabe 10 im Nu gelöst.

Alter Mann im Programmierfieber

D urch die Möglichkeit, bis zum Professor zu graduieren, ist ein erheblicher Anreiz gegeben, weiterzumachen. Bei jeder erfüllten Aufgabe wird von einem Blopp der erreichten Stufe gratuliert. Es gibt Probleme, die man nur mit der Hilfe der Freundschaftsseite oder eines Professors gebacken bekommt. Im Blopp-Spielfeld erhält man unter "Spielerinfo" einen Code, den man auf der Webseite eingeben kann. Man wird ab diesem Moment in den Beiträgen mit dem erreichten Grad tituliert. Super! Ich bin ein Professor!
Allerdings weise ich darauf hin, dass ich die Aufgabe 29 nur unter Einsatz eines Texteditors lösen konnte. Die Übernahme von Speicherinhalten in andere Speicher ist zwar möglich, aber der grafische Editor von Blopp 2.0 zerrupft den Programmcode und die Simulation schmiert ab. Die 30. Aufgabe war wieder rein grafisch lösbar.

Junges Mädchen kann schon Schleifen

M ara ist ebenfalls gerne mit dem Blopp unterwegs. Allerdings wurde die eigentliche Zielgruppe nicht so heftig vom Fieber gepackt wie das familiäre Lehrpersonal. Der Blopp konkurriert mit dem Gimp, einem Open-Source Malprogramm und mit Bibi Blocksberg auf Audio-CD.

Fazit:

D er Blopp ist absolut geeignet, jungen Menschen die Haken und Ösen des Programmierens näher zu bringen. Obwohl das Programm in der Version 2.0 regelmäßig abstürzt, ist es eine empfehlenswerte Anschaffung.

Für Schulen ist der Blopp das MUSS für den Informatik-Unterricht.

H ier ist seine hakelige Bedienung und sein regelmäßiges Abstürzen nichts weiter als die Einführung in die Realität des Programmierens. Das Lehrpersonal sollte es mindestens bis zum Doktor schaffen, bevor die Schüler an die Sache herangehen. Der heutzutage anscheinend übliche "Eine-Lektion-Vorsprung" reicht nicht aus, um knifflige Fragen zu beantworten.

Kommentar: NO GOTO = Saubere Sache

E in Äquivalent zum Befehl "GOTO" sucht man beim Blopp vergeblich. Alle modernen Hochsprachen ermöglichen es, GOTO-frei zu programmieren. Anders als beim vermissten "ELSE" ist beim Fehlen dieses Befehls keine Panik angesagt. Man muss ihn auch nicht ersetzen. Hier ist mit dem Blopp die Chance, den angehenden Programmierern direkt "richtiges", strukturiertes und somit gut lesbares Programmieren beizubringen. Wer solchen Code schreibt, tut sich leichter, diesen 8 Wochen später wieder zu verstehen. Dazu noch eine kleine Anmerkung: Es wäre nett gewesen, wenn der Blopp eine Möglichkeit vorsehen würde, den Code zu kommentieren. Mittlerweile, nach etwa 32 Jahren Programmiererfahrung, weiß ich auch, für wen ich kommentiere:

Für mich.

Ich bin derjenige, der nach längerer Zeit den Code wieder lesen muss und die gewünschte Änderung einpflegen soll. Man macht es sich einfacher, wenn man den selbsterklärenden Code doch noch mal erklärt. Vielleicht gibt es irgendwo einen jungen Programmierer, der sich diese Erfahrung zu Herzen nimmt und es sich dadurch leichter macht, dass er ab der nächsten Programmzeile einen kurzen Kommentar dazu hinschreibt.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Realität komme ich zum Schluss, soviel zum Blopp,

das wars,

euer

Professor Knito

Peter Klauer

200812Mi.Mär
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