Der Buchstaben-FresserDer Buchstaben-Fresser



Kategorie: Buchbesprechung >>>
200615Fr.Dez
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Claudia findet im Garten ein riesiges, hellblaues Ei, auf dem lauter kleine Buchstaben sind. Sie will es in den Keller legen, aber es bekommt einen Sprung und ein Buchstabenfresser schlüpft aus. Allerdings ist ein junger Buchstabenfresser erstmal ein
Buchstabentauscher.
Das bedeutet, dass er von einem Gegenstand einen beliebigen Buchstaben in einen anderen Buchstaben austauscht. Der Gegenstand verwandelt sich dann entsprechend. So legt Claudia eine Blume in die dunkle Küche, um eine Bluse zu erhalten. Aber der Buchstabentauscher verwandelt die Blume in zwanzig Bäume! Von da an ist die Küche voller Bäume.

Später wird aus dem Buchstabentauscher dann ein ausgewachsener Buchstabenfresser. Es passieren dann im Prinzip die gleichen Sachen, wie beim Buchstabentauscher, aber die Wörter werden kürzer. So verwandelt der Buchstabenfresser zum Beispiel ein "Rohr" in ein "Ohr".

Natürlich geht die Geschichte gut aus, es gibt einen Trick, wie man den Buchstabenfresser wieder in sein Ei kriegt.




Dieses Buch hat mich überrascht - und das gleich mehrmals. Die Überraschung betrifft die Reaktionen meiner Tochter (5), die ganz wild auf das Buch war.

Zum einen nahm sie die Geschichte sehr ernst und hatte auch tatsächlich Angst davor, dass ein Buchstabentauscher kommen könnte und ihre Sachen kaputt machen würde. Dann überlegte sie, was passiert, wenn man an einigen Wörtern bestimmte Buchstaben austauscht. Das Alphabet kennt sie schon seit zwei Jahren und im Kindergarten wurde ihr das Prinzip "Silben" beigebracht. Sie kann schon seit etwa einem Jahr ihren Namen und noch etwa zwanzig weitere, einfache Wörter in Großbuchstaben schreiben.

Durch den "Buchstabenfresser" beschäftigte sie sich mit dem Thema "Wörter und Buchstaben" und begann, mit den Buchstaben der Wörter zu spielen. Dieses Thema hat sie brennend interessiert und Doris musste den Buchstabentauscher auch tagsüber vorlesen.

Heute abend überraschte Mara uns alle dadurch, dass sie ein Schild las, als wir ein Gebäude verließen. Sie buchstabierte "A-U-S-G-A-N-G" und sagte: "Da steht AUSGANG!".
Wir waren perplex.

Ob das der Buchstabenfresser war? Ich denke mal, die bewusste Beschäftigung mit Wörtern hat dazu geführt, dass bei ihr etwas "eingerastet" ist.

Die Rückseite des Einbandes sagt "Lesealter ab 7/8". Wohl können sieben- bis achtjährige Leute dieses Buch wegen der großen Schrift gut lesen, aber ich bezweifle, dass ein siebenjähriger Selbstleser von dieser Geschichte so gepackt wird, wie eine fünfjährige Zuhörerin. Ich halte einen Siebenjährigen für ziemlich abgeklärt im Vergleich zu einer aufgedrehten Fünfjährigen.

Nach meiner Meinung ist Paul Maars "Buchstabenfresser" der ideale Einstieg für Vorschulkinder und Erstklässler und eine perfekte Hinführung zur Fähigkeit "Lesen". Für bereits lesende Kinder ist es eine witzige Geschichte.

Die 6,50 EUR für dieses Buch sind gut angelegt. In meinen Augen ist es aber mehr ein Vorlese- als ein Selbstlesebuch. Als Zielgruppe sehe ich auch eher Vorschulkinder als die auf dem Einband anvisierten Zweit- und Drittklässler.

Peter Klauer

200718So.Feb
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Kommentare: 1

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Günter KönigFirst entered on: 2010-11-10 20:33:43
Lesen lernen ist eine Aufgabe für die Schulzeit. Die Klasse 2 ist für die Behandlung des Stoffes ganz sicher die richtige Stufe. Das Buch ist interessant gestaltet und bietet viele Möglichkeiten, Eigenes für die Beschäftigung mit dem Buch zu entwickeln. Die Eltern und Erzieher, die glauben, sie müßten den Stoff der ersten Klasse in die Vorschulzeit packen, sterben leider nicht aus. Günter König

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